Felsenmeer

Von | 25-10-2008

Bei wunderschönem Herbstwetter – blauer Himmel, keine Wolke, in der Sonne locker über 20 Grad, war es schwer zu Hause zu sitzen. Wir wollten nicht gegen den Zwang ankämpfen und sind einfach losgefahren. Nach Reichenbach (Lautertal), ca 15 km von Heppenheim, zum Felsenmeer.
Eine attraktive Formation, ein Naturspiel – mitten im Wald erstreckt sich ein gewaltiger Steinhaufen.
Laut Legende waren dort zwei Riesen, einer am Felsberg, der andere am Hohenstein, die sich in Wut mit Felsbrocken beworfen haben. Der am Hohenstein hat mehr Wurfmaterial gehabt und hat den anderen unter den Steinen begraben. Bis heute hört man manchmal sein Jammern unter den Felsen.
Wir haben kein Weinen gehört. Vielleicht lag es an den vielen laut rauschenden Blättern unter unseren Füßen. Aber der Spaziergang, gute 1,5 Stunde Marsch, unterbrochen nur mit Momenten für Fotografieren und begeisterte Blicke in den Wald, war sehr schön.
Im Ernst: das Felsenmeer ist in der Eiszeit entstanden, in das verwitterte Gestein konnte Wasser eindringen und gefrieren, das hatte später Spaltungen verursacht. Im 2-4 Jahrhundert haben die Römer die Granitblöcke bearbeitet. Bis heute sind 15 Beweisstellen erhalten.
Das Felsenmeer erstreckt sich lang und schmal, und viele Blockhalden sind noch weit verteilt im Wald, aber der Baumwuchs gewinnt da schon an Kraft.
Für Kinder ist es toll, den Berg über die Steine zu erobern. Obwohl ich da etwas Bedenken habe, dass ein Knirps in ein Loch fällt und bis Frühjahr nicht zurück kommt. Heute hat eine Ekippe einen Beitrag gefilmt, eben mit kletternden Kindern – vielleicht für „Sendung mit der Maus“ (oder, junge Eltern, was schauen die Kinder heute?).

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