Am Samstag waren wir Pilze sammeln. Oh, Schande! Wir haben… ganze fünf gefunden. So ein Fressen! Haha…
Am Sonntag sind wir in den Weschnitztal gefahren, ca 30 km weg, aber dort haben wir schon öfter Pilze gefunden. Kurz vor dem Ziel hatte Jurek die Idee, dass wir zur Walburgiskapelle gehen.
Wir waren dort vor 18 Jahren und wussten noch, dass wir damals, auf dem Weg nach oben, sehr müde waren. Aber wir haben doch jetzt die Alpen hinter uns! Was ist schon ein Kapellchen auf dem Berg? Wir sind einen schönen Serpentinen- pfad gegangen, immer höher. Und mit jedem Meter haben sich vor uns neue Odenwälder Landschaften ausgebreitet. Wir waren wie in einer Urlaubsstimmung. Die Kapelle haben wir ruck-zuck erreicht und der Puls ist nicht nicht mal aus dem Takt geraten. In der kleinen Steinkirche waren ca 50 Sitzplätze und noch paar für die mit gesunden Beinen. Sogar eine Bank für ein Brautpaar war da. Eine Trauung hier müsste noch romantischer sein als in der Bergkirche, wo unsere Tochter geheiratet hat. Hinter der Kapelle ist ein Platz mit einem Steinaltar, für Gottesdienste im Freien. Ein Stück weiter war eine große Lichtung – irgendwie eine unwirkliche Welt. Unter den Füßen Moos, Farn und Baumstümpfe (vielleicht beseitigte Sturmschäden) und vor den Augen endlos breite Aussicht mit Lindenfels (da hatte die Tochter die standesamtliche Trauung). Wir haben viele neue Bäume mit Inschrift zu Taufe, Kommunion, Geburt entdeckt. Plötzlich haben wir in der Stille Stimmen und Pferdetrab gehört. Einige Kutschen sind gekommen, sicher ein Ausflug vom Fahrverein.
Wir sind am Kahlberg-Stein angekommen. Er setzt Zeichen für die Grenzen des Kreises Heppenheim seit 795J. Wir haben noch paar interessante und lustige Kuriositäten gesehen.
Von lauter Eindrücke haben wir die Pilze vergessen, die es bis jetzt nicht gab. Aber wir haben einige schöne – wenn auch nicht essbare Exemplare fotografiert. Für den Rückweg haben wir andere Strecke, längere gewählt. Und: Überraschung!! Entlang am Weg haben wir Pilze gefunden. So viel, dass wir uns zu Mittag satt essen konnten, und ein Portiönchen ist noch geblieben.
Ein wunderschöner Ausflug. Schönheit und Eindrücke muss man nicht weit suchen. Wer Augen und Herz auf hat, findet sie auch in der Nähe. Und wir werden sicher auch noch mal dorthin gehen. Aber nicht erst wieder in 18 Jahren.