Sankt Katharina

Von | 25-09-2008

Im zentralen Punkt der Stadt wurde neue Senioren Residenz Sankt Katharina eröffnet. Im Gegensatz zu dem vorherigen Schandfleck, heruntergekommenen Häusern, die den Augen weh getan haben (obwohl in allen Jahren in Heppenheim haben wir uns so daran gewöhnt, dass wir sie oft nicht mehr gesehen haben), steht jetzt dort ein schönes Gebäude, mit angepasster Architektur. Wenn man heute über die Kreuzung fährt, sieht man Sauberkeit und Leben, hier brennt Licht, da steht eine Alte Frau im Fenster – vielleicht schaut sie auf die Strasse, oder wartet auf Besuch…

Am Sonntag waren wir zum „Tag der offenen Tür“ und, wie viele Interessierte und Neugierige, wollten auch wir uns die Stadtneuigkeit anschauen. Wir haben Bekannte getroffen, meine Arbeitskolleginnen, Familien von Patienten, Nachbarn. Leider waren die Gruppen sehr groß und man hat nicht alles von den Erklärungen mitgekriegt. Aber hier und da wiederholten sich in Gesprächen die Gedanken: man könnte fast auf das Alter neidisch werden. Das Haus ist sehr geschmackvoll eingerichtet. Die Senioren werden überwiegend in Gruppen und „betreutem Wohnen“ versorgt. Die Gruppenräume sind farblich betonnt, wobei die Architekten mutig mit der Farbe gepinselt haben. Sie haben Wohnzimmer und Gemeinschaftsräume zB. in Rot oder Apfelgrün geschaffen. Ich weiß nicht, ob man sich die Gruppe nach eigenem Farbgeschmack aussuchen kann, vielleicht würde sich jemand, der kein Grün mag,  in der Blauen Gruppe wohler fühlen… Alle Zimmer (1-2 Pers.) sind natürlich mit behindertengerechtem Badezimmer ausgestattet, aber es gibt auch große Bäder mit HighTec-Wannen, mit riesigem Spiegel, Ratansessel und Stehregal, der jetzt mit Blumen dekoriert war, aber ich weiß, dass später dort Cremen, Salben, Unterlagen und Windeln liegen werden, denn die Bewohner werden gleiche Altersbedürfnisse und Defizite haben, wie die in anderen Altenhäusern und unser Patienten zu Hause.

Es gibt auch kleine 2-Zimmer- Apartments, für die-noch-Rüstigen. Eine alte Dame, deren Mann ich vor vielen Jahren gepflegt habe und mit der ich mich immer endlos verquatsche, wenn ich sie mal treffe, zieht dort ein und hat mich eingeladen. Vielleicht werde ich sie auch mal besuchen, aus Sympathie und Neugier.

Im Erdgeschoss ist eine Cafeteria in Rot und eine Longe in Weiß, zum Verweilen, Lesen und Austausch von lokalen und haus nahen Neuigkeiten.

Aber wohl die größte Attraktion von Sankt Katharina ist der Dachgarten, mit Atrium (auch zum Gärtnern), vielen überdachten Ecken zum Sitzen, Schachfeld und unbegrenztem Blick auf die Stadt.

Sankt KatharinaDachgartenDachgartenDachgartenFrüstücksraum in GrünBlaues WohnzimmerCafe

Anfangs hat man Bedenken gehabt wegen dem Standort, so mitten in der Stadt, an der größten Kreuzung. Aber für die Senioren ist es ein Gewinn. Ein Park ist zwar grün und frisch, aber auch ruhig, und das Vögelchen kann  mancher auch nicht mehr sehen und hören. Hier ist Fussgängerzone vor Augen mit Geschäften, Menschen, Trubbel, lebendiger Verkehr auf der Strasse. Und zum Fastnachumzug sitzen sie in der ersten Reihe. Und wie!!!

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