Zwei Kanonen

Von | 18-12-2009

Vor vielen Jahren wurden vom Kanonenweg am Schlossberg Kanonensalven abgeschossen. Soweit ich mich erinnern kann, war das eine Tradition des Schützenvereins zu Pfingsten. Der letzte Einsatz war im Jahr 1993. Wir haben damals die Geschosse gehört, auch den gewaltigen Knall mit Beben. Damals ist ein Schütze zu Tode gekommen.
Die Kanonen wurden vom Berg abtransportiert, sind aus den Augen verschwunden und für viele Jahre in Vergessenheit geraten.
Bis sie während des Umbaus im Garten der Musikschule aus dem Unkraut und Geäst wieder ans Tageslicht erschienen sind. Sie sollten schon vom Schrotthändler abgeholt werden, aber Hr. M. (bekannt als Muggl, hat in der Stadt schon manche Objekte restauriert) hat sich mit Rathaus geeinigt und hat die Kanonen auf eigene Kosten in Sicherheit gebracht.
Hr. M. hat lange daran gearbeitet, spezielles Holz aus Nordrhein-Westfallen gebracht, hat sie poliert, gerichtet. Alles auf eigene Kosten.
Und dann hat er die Kanonen in der Altstadt, am Würzburger Tor, auf der öffentlichen Straße, vor seinem lokal Herzblut (auch wunderbar restauriert aus einer alten fast-Ruine) platziert.
Und jetzt rollt das lokal-politische Spiel aus. 16 Jahre hat sich niemand für den Verbleib und Schicksal der alten Kanonen interessiert, die Schützen wollten sie nicht haben, das Stadtmuseum auch nicht. Nur die Zeit hat an denen genagt.
Aber jetzt, wo sie so schön, renoviert da stehen… Jetzt wollen die anderen das Spielzeug auch haben.
Man müsste wohl schnell ein Foto machen. Wer weiß, was, wem, in welches Köpfchen einfällt?…

Stellungsnahme des Schützenvereins
Starkenburger Echo, 8.12.09

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