Ostern im Odenwald.

Von | 13-04-2009

Wie könnte man die Ostern schöner verbringen, als in der Natur? Sonne, 24 Grad, die Welt blüht.
Unser Freund hat die Strecke festgelegt, „er wollte sie immer schon mal laufen“, von der Juhöhe nach Weinheim. Uhhhh… 8Km Luftlinie, und zu Fuß? Ok, wenn wir keine Kraft mehr (oder Lust) haben, gehen wir früher runter.
Wir haben die Rucksäcke gepackt, Stöcke mitgenommen und haben uns mit Ruftaxi zum Ausgangspunkt bringen lassen, nach Juhöhe.
Wir sind im wunderschönen Buchenwald gelaufen, wo jetzt das besonders schöne frische Grün herrscht, und an den von blühenden Bäumen umrandeten Wiesen vorbeigegangen. Manchmal konnten wir weite Aussichten genießen, über den Odenwald und die Städtchen. Aber für schöne weite Bilder war die Luft leider leicht diesig.
Unser Freund hat so ziemlich keinen Plan gehabt, wie der Weg laufen sollte und irgendwie waren da gar nicht so viele Schilder, also haben wir manchmal andere Wanderer gefragt: geht es hier nach Weinheim? Eine Joggerin hat uns auch den Weg gezeigt und sind wir zu einer hohen Treppe gekommen, die eine lange Kurve abgekürzt hat. Gehen wir runter? Jurek wollte nicht, auf dem Weg kommen wir auch da unten an. Ach, was – wir gehen. Unten war wieder die Joggerin. Wie? laufen sie wieder hier, oder gibt es euch zwei? Ach, ach, entschuldigte sie sich, sie hat vergessen uns eine wichtige Kleinigkeit zu sagen: da war ein Pfad nach links. Na super, also laufen wir auf dem Weg wieder hoch, das, was wir mit der Treppe abgekürzt haben.
Ein bisschen haben wir in den Wäldern geirrt, wie Hänsel und Grätel. Gut, dass ich „Frohe Ostern“ eingepackt habe (na,ja, statt des Lebkuchenhäuschens). Jetzt habe ich ein Sektchen rausgeholt. Oo, unsere Jungs wollten keinen Alkohol beim Wandern – sehr vernünftig… Also mussten wir, zwei Frauen allein den ganzen… Piccolo schaffen.
Wir sind an eine Wiese angekommen, am Vierritterturm. Aussicht nach Westen über die Rheinebene und zum Osten über Nieder-Liebersbach. Paar Familien haben hier gepicknickt und die Kinder haben im Gras gesucht, was der Osterhase für sie versteckt hat. Auch wir haben uns am Turm gesetzt. Ich habe noch vier „Frohe Ostern“ dabei gehabt – wie denn sonst, Ostern ohne bunte Eier?
Gestärkt haben wir alle unsere Kräfte mobilisiert um weiterzugehen. Und es war nicht einfach, denn wir haben schon über zwei Stunden hinter uns gehabt und kein Ende in Sicht.
Appetit auf schönes Eis hat sich breit gemacht, sch… auf die Kalorien, aber wo ist Weinheim?

Ein professionell ausgestattetes Wandererpaar (sogar mit GPS-Logger) hat uns auf der Karte gezeigt, wo wir waren und wo Weinheim war. Ok, wollen wir nicht mehr!, die nächste Gelegenheit gehen wir zur Bergstraße runter. Ein älteres Paar, mit dem wir kurz ins Gespräch gekommen sind, hat uns direkt einen Tipp gegeben: o, nimmt diesen Pfad, da kommt ihr direkt nach Nächstenbach. Na, bitte, genau das wollten wir hören. Noch ein Stück Wald, dann am Bach entlang. In einem kleinen Dorf haben wir uns wie im Wilden Westen gefüllt, nach rechts und links schauend, mit den Wasserflaschen in den Händen (wie die Cowboys mit ihren Colts), haben wir keine Seele, keinen Hund gesehen.
Die Wanderstrecke haben wir direkt am Saugkopftunel beendet. Taxi hat uns wieder abgeholt und in Heppenheim erst zu einer Eisdiele gefahren. Dort haben wir uns Eisbecher mit verschiedenen bösen Sünden geholt. Bei Freunden im Garten haben wir die Beine langgestreckt (nach 10Km) und haben unsere geschundenen Seelen genüsslich mit Eis gekühlt.
Bei nächsten Gelegenheit: Start am Tunnel und weiter nach Weinheim, mit Steinbruch. Und mit mindestens so viel Lachen wie heute!

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