Und der 22.02. ist vorbei.
Der Umzug hat sich angestellt, ist gegangen und hat sich aufgelöst.
Wie angesagt, war es kalt und regnerisch. Die Meteorologen irren sich so oft, warum haben sie ausgerechnet jetzt Recht behalten? Es ist so schade, denn die Gruppen stecken viel Arbeit, Vorbereitungen, Ideen, Kosten in den Fastnachtsumzug rein. Kinder warten, freuen sich, alle verkleiden sich. Bei gutem Wetter kommen sogar 100 000 Menschen zum Umzug, (zur Erinnerung: HP hat 25 000 Einwohner). Aber bei kaltem Regen?..
Und unsere Lust ist im kalten Wetter auf Minimum geschrumpft.
Aber ab 13:00 fahren die Wagen an und stellen sich in die „Warteschleife“, die bei uns anfängt. Jeder Wagen hat (eigene) Musik, jeder ruft „Helau!“. Start um 14:11.
Ok, man kann nicht zu Hause bleiben, also los. Wir haben uns paar Anhänger von letzten Jahren und den jetzigen „Blinki“ am Körper montiert und sind an vielen lustigen Menschen, Gruppen und Wagen, zu unseren Freunden gelaufen. Sogar der Bürgermeister mischte sich zwischen die Wartenden – und, wie es seine Arbeit ist – hat versprochen: Sonne in einer Stunde. Na, Herr Bürgermeister, wir halten Sie am Wort…
Bei den Freunden, die in der Mitte der Warteschleife wohnen und genauso wenig Lust hatten wie wir, haben wir dann noch gut die Hälfte vom Umzug geschaut, schön unter Dach gestanden und uns mit Kaffee und Resten vom Geburtstagsbuffet gestärkt. Na, nicht schlecht, was?
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[/kml_flashembed]Kamera und Kommentar: Alexander Goetz
Interviews: Benjamin Spitzl
Vor dem Haus hat der Langnese-Wagen auf seine Reihe gewartet. Bevor er losgefahren ist, haben wir uns noch mit den Teufeln angefreundet und ganze Kartons Magnum-Eis bekommen. Eis gibt es immer viel bei unseren Umzügen (wir sind ja an der Quelle), aber dieses Jahr war besonders viel.
Der Regen ist dann gleich doch gekommen (ups, Herr Bürgermeister?), aber die Gruppen waren vorbereitet und Schirme und Umhänge sind schnell zum Einsatz gekommen. Doch im Regen macht alles nur halb so viel Spaß, das Eis, die Gutsel fallen ins Nasse, wenn man sie nicht gut fängt, die schönen Beine der Tänzerinnen sieht man nicht unter den Umhängen, es regnet in die Tuben und Trompeten, was die Musik verwässert.
Als ich abends noch gefahren bin (zur Arbeit, weil es so schön ist…) habe ich noch viele bunte Gestallten gesehen. Manches Häschen hoppelte nach Hause, und Matrose suchte mit schwankendem Schritt (liegt wohl am Meer) seinen Schiff, der Cowboy hat zwar sein Pferd verloren aber eine Apanatschi gefunden. Für größere, kollektive Ausschweifungen der sinnlich-sexuellen Natur (wie in Köln, Düsseldorf) haben wir hier, in der kleinen Stadt, weniger Freiraum, da man schnell an einen Bekannten der Familie treffen könnte.
Aus der Zeitung: trotz Regen waren 80 000 Zuschauer da. Na, bitte!
Und morgen, mit Aschermittwoch ist alles vorbei.