Wie wir schon geschrieben haben, ist Heppenheim in Weinlesefieber. Zum ersten mal wird dieses Jahr auch auf dem neukultivierten Abschnitt „Wein und Stein“, am Steinkopf gelesen.
Am Freitag haben sich dort mehrere Botschafter der Stadt und der Bergstraße zur Arbeit gesammelt. Ausgestattet mit Eimern, Rebscheren und gutem Willen, wurden sie fachmännisch angewiesen: „Das Rote sind die Trauben, die kommen in die Eimer. Das andere sind Blätter, die können hängen bleiben“. Dabei waren u.a.: Landrat Matthias Wilkes, ehemalige deutsche Weinprinzessin Lisa Edling, Fußballtrainer Klaus Schlappner, Musiker Franz Lambert, Manager Jürgen Gromer. Sebastian Vettel musste die Teilnahme absagen, wegen heutigem Rennen Formel 1 in Shanghai.
Die Winzer sind mit der Lese sehr zufrieden. Die Trauben bringen 80-104 Öchsle, das ist die Qualität der Spätlese. Der Spitzenreiter ist der Grauburgunder mit 117 Öchsle. Zu bestimmten Terminen werden über 30 Sorten gesammelt, so sind nächste Woche die Stars dran – Merlot und Cabernet Sauvignon.
Bei wunderschönem Wetter und „Weinstimmung“, waren wir gestern spazieren, na, schon eher wandern. Über zweit Stunden sind wir stramm in der Weinbergen am Essigkamm und im anliegenden Wald marschiert. Unterwegs haben wir auch viele fleißige Lesetrupps gesehen, die wir im Vorbeigehen freundlich begrüßt haben. Nur nicht von der Arbeit abhalten – damit wir etwas zu trinken haben, wenn es soweit ist. Und man könnte auch einen Bottich auf den Rücken bekommen und müsste helfen…
Bunte Landschaften breiteten sich vor unseren Augen, Weinreben in verschiedenen Farben lagen da wie ein Teppich.
Und in dem Buchenwald bedeckten die goldenen Blätter so dick den Weg, dass in uns die Kinderseele wach geworden ist. Wir haben beim Gehen, die Blätter mit den Füßen aufgewühlt, dass sie wieder hoch geflogen sind. So ein Spaß haben wir schon lange nicht gehabt.







Die Weinlese ist zu Ende. In 35 Tagen wurden 3168 Tonen Weintrauben geerntet, die mit durchschnittlichen 83 Öchsle die Winzer glücklich machen. Paar Parzellen sind für den Eiswein geblieben. Beim ersten Temperaturabfall auf minus 7 Grad rückt die Ekippe raus (auch nachts, mit Lampen) und sammelt die gefrorenen Trauben. Eiswein ist eine Rarität, die nicht in allen Gebieten gemacht wird. Die 0,33l Flasche kostet schon ab 20€, nach oben ist alles offen, es können auch paar Hundert Euro werden. Aber der Wein schmeckt!! Wie ein Likör fließt er den Hals runter. Man gönnt sich ja sonst nichts…