Weinmarkt ist gerade mal vorbei und schon lebt die Altstadt wieder bunt. Vom 14 bis 17 Juli waren waren die traditionellen Gassensensationen – Straßentheater. Viele Gruppen, viele Vorstellungen, an verschiedenen Orten der Altstadt, Tausende Zuschauer.
Letzte Tage haben uns sehr hohe Temperaturen gequält, also sind wir gern abends losgegangen, und sind wir zwei mal bis Mitternacht in den Gassen verblieben. Mit Programmheft in den Händen und einer Vorstellung, was man sehen möchte und genug Kleingeld – denn die Vorstellungen sind kostenlos, nur gegen freiwillige Gaben in den klappernden Sekteimer (aber neue Mitglieder des Fördervereins, 15 € im Jahr, werden immer freudig aufgenommen – wie sind auch schon seit vielen Jahren dabei).
Manchmal bekommt man einen Sitzplatz, manchmal sogar in der ersten Reihe (wenn man früh genug kommt), aber meistens steht man und ist froh überhaupt etwas zu sehen.
Am Freitag haben wir die Oper Carmen erlebt, die unser lokales Ensemble in rauschende 15 Minuten geballt hat.
Dann haben wir drei Geschwister Klops gesehen, die aus dem Altenheim getürmt sind und uns mit Rollstuhl und Rollator einen Chaos aus der Musik- und Turnwelt präsentiert haben.
Besonders interessant sind immer die Vorstellungen auf der Freilichtbühne (bis 4 Tausend Zuschauer), wo man sich mit Sicht auf die Starkenburg, in der Dunkelheit, schwieriger Technik bedienen kann, wie Feuer, Wasser, Pyrotechnik. Dieses Jahr hat uns die Gruppe Le Snob, vor vollem Publikum, einen mystischen Ballett mit Instrumenten und Fackeln gezeigt. Die Tänzer sind in schwarzen langen Kleidern, auf segways lautlos geglitten, Feuer spiegelte sich in den Instrumenten – super!
Am Samstag haben wir uns beim Bierchen auf dem Markt gesetzt und Leute beobachtet, die sich nach und nach für die neue Inszenierung gesammelt haben. Für die musikalische Belustigung (wieder Gruppe Snob) mussten wir jedoch unsere schönen Plätzchen verlassen und uns unter die Hunderten Menschen mischen.
Anschließend sind wir zum Amtshof gegangen, wo uns ein Duo in Sprüngen und Flügen die Tiefen und Höhen der Liebe vor die Augen geführt hat. Zwei verrückte und doch so normale Menschen.
Noch ein Guinness im Scotland Yard – und eigentlich wollten wir schon Heim gehen, da haben wir im Landratsamtpark ein wunderschönes Eckchen mit Lampions entdeckt – aha, Geschichten und Lieder von der Liebe. Schöne Balladen von Annette Kuhr und Anekdoten von Martin Thoms haben uns noch bis in die späte Nachtstunde verzaubert.






