Es gibt Bilder und Momente, die wir festhalten möchten, um sie nicht zu vergessen oder um sie anderen zu zeigen. Die Fotografie ist eine tolle Lösung, aber nicht immer gelingt es uns die Ideen zu realisieren.
Ich konkurriere öfters mit dem Fotografen unserer Zeitung Starkenburger Echo. Was ich (wir) schon mal gemacht habe, setzt er in die Zeitung, was ich machen will – hat er schon drin.
Im Frühjahr breiten sich vor unserer Bibliothek Krokusse zum Teppich. Ich habe sie schon letztes Jahr geknipst, aber vom anderen Winkel – der vom Herr Lutz war besser. Habe ich nachgeholt! sehe „Farben des Frühlings„.
Dann habe ich mal gedacht, dass es Zeit wäre in die Rosseggerstraße zu fahren, dort bilden die blühenden Bäume einen wunderschönen rosa Tunnel. In Gedanken wusste ich, von welcher Stelle und wie ich das fotografieren wollte. Ätsch!! Herr Lutz war schneller.
Vor einer Woche bin ich am Wochenende mehrmals an der Bergstraße, entlang an den Weinbergen, nach Bensheim, gefahren. Die Reihen zwischen den noch nackigen Reben waren voll mit strahlend gelben Blüten der Pusteblumen bedeckt. Was für ein Anblick!! Und ich hatte sogar Fotoapparat dabei – aber ich war dienstlich unterwegs, mit Dienstauto, in Dienstkleidung und die Zeit ist auch nicht zu verschenken. Ich glaube nicht, dass es meiner Chefin gefallen wurde, wenn ich im Wingert die springende Reporterin spielen würde… Ja, und nach der Arbeit war das Licht nicht mehr so gut, die Gedanken wo anders.
Und am Montag in der Zeitung… hej!!! das war meine Idee!
Aber ich habe es auch nachgeholt. Und nicht schlechter.
Nicht mehr aufzuholen ist ein Foto vom renovierten Halben Mond. Paar Jahre stand er leer und verlassen und gammelte vor sich hin. Sehr schade für die Stadt und Geschichte des Hauses. Endlich hat sich ein Investor gefunden und schafft da eine Praline mit Häubchen. Mehrere Tage hat mich die neue Fassade fasziniert. Ein Flügel war schon ganz fertig, das Gerüst war weg. Rest noch „in alt“. So konnte man den Unterschied zwischen der neuen und der alten Ausgabe sehen. Der Effekt war einmalig und hätte super Foto gegeben. Und Herr Lutz ist auch noch nicht darauf gekommen. Für einen Nachmittag habe ich mir fest eingeplant dort vorzufahren.
Und? Das Leben geht weiter und wartet nicht immer auf uns. Die nächste Wand wurde schon vorgestrichen, dadurch sind der vorherige Kontrast und Effekt verloren gegangen.
Vorbei. Jetzt können wir auf die Eröffnung warten.
Und ich werde versuchen meine Ideen schneller zu realisieren. Noch bevor Herr Lutz es macht!!
Ergänzung, 20:30
Es war ein wunderschöner, sonniger Tag. Wir sind abends zu Steinkopf spazieren gegangen. Blick auf die Stadt, versunken in Strahlen untergehender Sonne, die Stille im Wingert hat nur Vogelgezwitscher unterbrochen. Wir haben Schnecken bei Liebe-machen zugeschaut, Knospen für nächsten Wein entdeckt, dem Internet zugewunken und …
… den Mond gefangen.
Hallo, Herr Lutz, haben Sie auch schon den Mond im Käfig?


