Schon seit einer Zeit läuft einladende Werbung für einen neuen Kinofilm „Slumbdog, der Millionaire„. Wir haben ihn heute gesehen und bestätigen, dass die Werbung nicht zu viel versprochen hat, der Film ist gut und verleitet zum Nachdenken.
Bei der Gelegenheiten sind unsere Gedanken zur indischen Filmwelt Bollywood gewandert. Die Filme sind weltbekannt, haben Millionen Fans und die jährliche Produktion geht in Hunderte Filme. Über den Geschmack brauchen wir nicht zu streiten – vergessen wir nur nicht, dass diese Filme nicht für europäische Zuschauer produziert sind, sonder für die Indischen. Lassen wir jedem Volk seine Traditionen und eigenen Stil. Wir haben noch keinen Bollywood-Film gesehen, kennen nur kleine Ausschnitte, farbige und tänzerische Szenen. Ok, es ist nicht unbedingt unser Geschmack.
Aber bunte Seide zu indischer Musikklängen am Heppenheimer Markt flattern zu sehen, Tanz, Gesang und Kameras – das ist etwas anderes.
Denn wir, in Heppenheim, können dazu noch mehr sagen: hier, in der Kellereigasse 2, befindet sich europäisches Vertriebsbüro Bollywoods.
Heppenheim und die Bergstrasse, mit unseren Menschen, Pflanzen, Fachwerk, Altstadt – sind für die Inder so exotisch, wie Indien für uns.
In Heppenheim wurden schon Szenen zum Film „Aap Kaa Surroor“ aufgenommen. Letztes Jahr wurde „Ki Jana Pardes“ gedreht, mit polnischer Schauspielerin und Model Claudia Cieśla. In der Zeit haben wir in der Stadt auch die Aktion „Heppenheim zeigt Farbe“ gehabt, so dass sich viele Turbane und bunte Kleidung mit der Menschenmenge in der Fußgängerzone vermischt haben. Und wir haben ein Beweisfoto mit der Filmcrew!
Der nächste Film, mit dem Teeniestar Amrita Cheema, wird die Heppenheimer sicher besonders interessieren – „Liebe in Heppenheim“.
Viele Menschen in der Stadt haben schon verschiedene Begegnungen mit der indischer Filmwelt gehabt. Man hat zugeschaut, spielte Statisten, wurde unbeabsichtigt bei der Arbeit Zeuge der Aufnahmen, z.B. in der Ambulanz im Krankenhaus, bei der Polizei, manche Hauseigentümer können sich ihre Häuser am Bildschirm anschauen.
Ich war einmal in der Fußgängerzone unterwegs (dienstlich, im weißen Kittel), und habe nicht gemerkt, dass ich ziemlich lange gerade auf eine indische Kamera zugelaufen bin. Sicher wurde eine Reportage gedreht und jetzt kann mich jeder Inder anschauen als „eine Einheimische Exotin in landestypischer Kleidung“ (oder die haben mich raus geschnitten, damit das Bild nicht verrutscht…).
Ich kann mich auch erinnern, als in der Mozartstrasse eine Autojagd gedreht wurde. Die Strasse wurde gesperrt, ich müsste sie umfahren, aber ich hatte Zeit, und so habe da gestanden und mir die Szene paar mal angeschaut (und im Hintergrund: mein Friseur, gute Werbung, was?).
Und so verändern Turbane manchmal das Bild der Stadt und geben ihr noch mehr Exotik.
Aber mindestens unsere Palmen müssten den Filmgästen ein häusliches Gefühl geben…