Wir haben schon den halben November und bereiten uns auf den Winter vor. Schals liegen raus und Mützen ( wir haben nicht mal welche für „gut“, weil wir keine tragen, nur sehr sportliche, für den Wald), Winterreifen sitzen, Streusalz ist da und der Schneeschieber auch. Mit dem Schneeschieber ist es bei uns so: einen Teil von unserem Hauszugang teilen wir uns mit dem Nachbar vom nächsten Haus. Der Nachbar ist ein sehr netter Mensch, aber hat keinen eigenen Schieber und benutzt unseren – dafür schiebt er manchmal unser Teil auch frei. Es ist recht angenehm, noch im Nachthemd beim Kaffee zu sitzen, währen vor der Tür schon schru-schru zu hören ist, deswegen achten wir immer darauf, dass der Schieber bequem steht, damit der Nachbar ihn bloß nicht suchen muss.
Nicht nur grauer Nebel und Kälte machen sich breit. Auch die Farblosigkeit. Aber bei uns blühen noch viele Blumen vom Sommer, tapfer und ausdauernd: Geranien, Fuchsien, Rosen und natürlich alle herbstlichen Astern und Chrysanthemen. Wir haben auch paar Spezialisten, die aufblühen, wenn die anderen sich zum Winterschlaf machen.
Der Winterjasmin ist ein Strauch, der weite Triebe entwickelt, und gern für Zaunbepflanzung genommen wird. Er blüht im Winter, mit kleinen gelben Blümchen, von denen immer nur ein Teil zum Blühen kommt, dadurch reicht die Blütezeit bis Frühling, bei Frost und Schnee, bis er von den Forsythien abgelöst wird.

Der Strauch fäng jetzt an zu blühen, mit Körbchen aus vielen kleinen rosa-weißen Blüten und hält auch bis Frühjahr. Das ist der duftende Schneeball und er kommt aus China.

Den blühenden Exoten – Aralie – habe ich gestern entdeckt, die Blätter benutzt man für Sträuße, aber in Blüte sehe ich ihn zum ersten mal, obwohl ich den Strauch schon seit guten zweit Jahren täglich sehe. Ich werde mal den Eigentümer ansprechen. Ich habe sonst keinen zweiten in Heppenheim gesehen.

Die Feigen haben sich feige von ihren Blätter entkleidet und versuchen jetzt mit verbliebenen Früchten zu punkten. Umsonst, die können sich jetzt nur noch erkälten. Aber wir haben dieses Jahr sehr viele und besonders gute Feigen gehabt.

Die Schneeglöckchen (Starkenburger Echo vom 13.11.08) versuchen den Winter zu überspringen (vielleicht versuchen wir es auch…). Na, sie werden sich noch wundern und zurück in die Erde – geht nicht mehr. Letztes Jahr haben sie schon Mitte Januar geblüht.

Die Natur zeigt uns, dass uns jeder Tag näher an der Frühling bringt. Nur glauben und geduldig sein: auch aus Gras wird Milch.