Auf den Spuren der Nibelungen.

Von | 08-11-2008

Um gestriges Thema zu ergänzen, sind wir heute nach Grasellenbach gefahren, um den anderen Brunnen zu sehen, an dem Siegfried getötet wurde.

GrasellenbachGrasellenbachGrasellenbachGrasellenbach

Schon an der Strasse war die Stelle ausgeschildert und später im Wald haben wir viele Informationstafeln gesehen. „Schon die Nibelungen suchten in mystischer Vorzeit die reizvolle Umgebung von Gras-Ellenbach auf, um dort Bären und Wildschweine zu jagen“ – an den Satz werden wir heute noch denken. Aber die Gegend ist wirklich schön. Wir sind im herbstlichen und mit Blättern bedeckten Wald gegangen, recht steil hoch. Unterwegs haben wir sogar paar Pilze gefunden und obwohl wir nicht auf sammeln eingestellt waren, so sind wir im Wald  „allzeit bereit“, man kann sie doch nicht den Würmern lassen. Wir sind zu einem wunderschönen Ort gekommen, einer kleinen Lichtung, seitlich versteckt vom Weg. Das Wasser plätscherte leise über die Steine, daneben ein Kreuz. Hat sich die Tragödie hier abgespielt? Wir müssen zugeben, dass diese Stelle schöner wäre zum Sterben, als unsere in Heppenheim.

Dem Thema weiter folgend, sind wir noch paar Kilometer weiter, nach Hüttenthal gefahren, zum Lindelbrunnen.

LindelbrunnenLindelbrunnenLindelbrunnen

Natürlich auch ein Siegfriedbrunnen. Beim Abbiegen in den Wald haben wir sofort den bösen Hagen bei Ausführung seiner hinterhältigen Tat erblickt. Hier sind wir wohl richtig. Die Quelle war schon zu sehen und obwohl die Bäume fast blattlos waren, ist die Sonne kaum zu uns vorgedrungen, alles war stark vermoost. Eine eigenartige und geheimnisvolle Atmosphäre war zu spüren. Auch schön zum Sterben.  Ein Schuss ist gefallen. Ach, das sind die Jäger, die wir vorher am Wald gesehen haben. Plötzlich raschelte es im Gebüsch und ein getriebenes Wildschwein rannte in unsere Richtung. Im ersten Moment haben wir still gestanden, noch nicht begriffen: sollen wir uns begeistern, fliehen, fotografieren, oder nach einem Baum suchen, auf den wir es schaffen könnten hoch zu kommen. Schwein, renne um dein Leben! Vielleicht ist der Siegfried hinter dir! Armes Tier, ist etwas weiter im Dickicht verschwunden, vielleicht hat es diesmal noch nicht als Braten geendet. Siegfried ist auch beim Jagen getötet worden. War es ein Zeichen?

Zurück zu Hause, sind wir zum Abschluß, noch zu unserem Siegfriedbrunnen, auch „Brunnen zu zwei Linden“, gegangen.

HeppenheimHeppenheim

Heute wachsen dort sogar schon drei Linden und im Hintergrund kann man unsere Häuser sehen. Aber  leider können wir uns mit Grasellenbach und Lindelbrunnen nicht vergleichen. Wir haben keine Strassenhinweise, keinen  Wald,  Moos, keine Geheimnisse, Wildschweine, sogar kein Wasser. Unsere Quelle ist trocken, liegt an einer Kreuzung (nahe zum Einkaufen, bei Langnese und Toom), und höchstens paar liebende Katzen treffen sich dort nachts. Dafür ist unsere Stelle die wahre! Und jetzt, wo die wichtigen Menschen in Heppenheim an einem neuen Konzept arbeiten, wird es in Zukunft auch schön. Geehrte Herrschaften, vielleicht machen Sie so einen Ausflug, wie wir – wir garantieren Ihnen einen schönen Tag, etwas völlig anderes als die Rathauswände – und schauen Sie sich paar Ideen bei der Konkurenz ab.

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